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Zur Prozession trafen sich Seelsorgeteam, Kommunionkinder und Gläubige aus den Kirchengemeinden im Hüttental am Fronleichnamstag. Schon früh am Morgen hatten die Messdiener Blumenteppiche an den Altären gelegt. Pfarrer Karl-Hans Köhle stellte in seiner Begrüßung die Entstehungsgeschichte des Fronleichnamsfestes vor: einer belgischen Nonne wurde im 13. Jahrhundert in einer Vision deutlich, dass in der Kirche eine eigenes Fest zur Verehrung der Eucharistie fehle. Nach und nach wurde dann das „Hochfest des Leibes und Blutes Jesu“ eingeführt.

Pastor Professor Dr. Adrian Wypadlo hob in seiner Predigt die Wurzeln der eucharistischen Verehrung hervor. Jesus habe im Abendmahlssaal sein Kreuzesopfer vorgezeichnet und dazu Brot und Wein als Zeichen der Hingabe gestiftet.

„Im Unterschied zu anderen Religionen verehren wir Christen einen Gott, der sich ganz klein macht und sich hingibt“, so der Prediger. Diesen Schatz müssten die Christen im „müden Europa“ (Papst Franziskus) heute wieder neu entdecken.  Ein Zitat des verstorbenen Publizisten Peter-Scholl-Latour sollte den Aufruf, dass Christen sich mit ihrer Botschaft nicht zu verstecken brauchten, unterstreichen: „Ich fürchte nicht die Stärke des Islam, sondern die Schwäche des Abendlandes. Das Christentum hat teilweise schon abgedankt.“ Im Gottesdienst, der der Prozession voranging, beteten die Gläubigen auch für die Opfer des Hochhausbrandes in London. Bläser des ehemaligen Bläserkreises des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums begleiteten die Prozession. Nach dem Gottesdienst lud der gastgebende Pfarrgemeinderat von Heilig Kreuz zum Imbiss in das Gemeindehaus ein.