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Zu einem etwas anderen Hausputz brachen am Freitag, den 30. Juni sieben Familien nach Rahrbach auf. „Hausputz für die Seele“ – unter diesem Motto stand das diesjährige Familienwochenende unseres Pastoralverbundes. In den verschiedenen Altersgruppen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen begaben wir uns dem Thema Schuld und Versöhnung auf die Spur.

 

In der Gruppe der Kinder standen das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und die Begegnung Jesu mit Zachäus im Mittelpunkt. Auf kindgerechte Art und Weise wurden den Kindern diese Erzählungen anhand von Bildkarten und eines Erzähltheaters nähergebracht. Und auch auf spielerische Art und Weise näherten die Kinder sich dem Thema an.

 

Die Jugendlichen befassten sich zunächst mit dem Thema Gewissen. Was ist überhaupt das Gewissen? Anhand des Liedes „Gewissen“ von den Toten Hosen kamen die Jugendlichen darüber ins Gespräch, was ein schlechtes Gewissen ausmacht. Wann haben wir ein schlechtes Gewissen? Aus ihrer eigenen Erfahrung wussten die Jugendlichen ein paar Dinge zu erzählen. Danach füllten sie einen Gewissenstest aus, um ihr eigenes Gewissen zu überprüfen. In einem weiteren Schritt ging es um den Weg der Versöhnung. Dazu hörten wir das Lied „Zeugnistag“ von Reinhard Mey, hörten eine Geschichte, wie sie heute geschehen könnte und das Gleichnis „Vom barmherzigen Vater und dem verlorenen Sohn“. Wir kamen darüber ins Gespräch, wie jemandem, der so richtig viel falsch gemacht hat in seinem Leben, trotzdem Vergebung erfährt, und dann ausgerechnet von den Menschen, die durch diese Fehler verletzt wurden. Wir stellten fest, dass Gott so jemand ist, jemand, der einem alle Fehler verzeiht, wenn sie uns von Herzen leidtun. Er schließt uns in seine Arme, so wie der Vater seinen wiedergefundenen Sohn.

 

Die Erwachsenen sprachen mit dem Siegener Studentenpfarrer und Mitarbeiter im K³, Pastor Markus Püttmann, über das Thema. Zunächst ging es um die Fragen: ‘Was ist Schuld ?’,  ‘Was ist Sünde’ ? und um den Umgang mit Schuld und Sünde. Man könne Schuld auch “einfach unter den Teppich kehren”, so Püttmann. Er machte das zeichenhaft deutlich,

indem er einen Tontopf auf der Erde zerschlug. “Diese Scherben stehen für Scherben und zerbrochene Beziehungen in unserem Leben. Bemühen wir uns, sie zu kitten, oder kehren wir sie einfach unter den Teppich ?”. Und Pastor Püttmann holte zur Veranschauung einen Teppich herbei und fegte die Scherben unter den Teppich. Wie man mit Schuld umgehen kann, das zeigte sich dann an einem Schriftgespräch zu einem der schönsten Evangelien in der Bibel: das Gleichnis von barmherzigen Vater (Lk 15, 1-32). Der Sohn geht in sich, besinnt sich, bereut seine Tat und läuft zurück zum Vater. Dieser empfängt ihn mit offenen Armen und richtet vor lauter Freude ein Fest für ihn aus: Barmherzigkeit und Vergebung! Auch zu Gott dürften wir immer kommen, dazu bietet die Kirche das Sakrament der Beichte an, ermutigte Pastor Püttmann die Teilnehmer. Und gab ihnen noch einen “Beichtgutschein” mit.

 

Zum bunten Abend versammelten sich alle Teilnehmenden am Samstagabend und gaben als Familie ihre vorbereiteten Beiträge zum Besten. Unterbrochen wurden diese Beiträge von Werbeblocks (präsentiert von dem Vorbereitungsteam), die das Thema „Hausputz“ noch einmal aufgriffen.

 

Am Sonntag feierten wir gemeinsam Gottesdienst, in dem wir den Bußakt besonders vorbereitet hatten. Am Abend zuvor haben die Teilnehmenden Kerzen gezogen. Zu Beginn des Gottesdienstes wurden diese entzündet. Während des Bußaktes dachten alle darüber nach, was in letzter Zeit nicht ganz rund lief, wo ich mich und andere Menschen verletzt habe. Dann löschte jeder seine Kerze. Doch in der Kirche brannte immer noch die Osterkerze, das Zeichen für Jesus. Und Jesus möchte, dass unser Licht leuchtet, dass wir ein gutes Leben haben. Als Zeichen des Neuanfangs wurden die gelöschten Kerzen wieder an der Osterkerze entzündet.

 

Mit dem Mittagessen am Sonntag war der „Hausputz für die Seele“ für dieses Wochenende erstmal abgeschlossen.

Text: Laura Neuhaus, Gem.- Referentin