Bischof Clemens als Festzelebrant

Papst emeritus Benedikt XVI., damals noch Kardinal Josef Ratzinger, stand in den 90 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, vor der verschlossenen Tür der Heilig Kreuz Kirche. Das war bei einem Besuch in Siegen-Weidenau mit seinem Privatsekretär, Dr. Josef Clemens.

Bild: P. Barden, Siegener Zeitung

Diese Anekdote erzählte der heutige Kurienbischof Clemens, gebürtiger Weidenauer, anlässlich der Festmesse zum 60 jährigen Kirchweihjubiläum der Heilig Kreuz Kirche. Clemens war 19 Jahre, von 1984 bis 2003, Sekretär des späteren Papstes. Die beiden Geistlichen hatten das Grab der Eltern von Josef Clemens auf dem Weidenauer Stockfriedhof, direkt neben der Heilig Kreuz Kirche,  besucht und wollten dann einen Blick in die Kirche werfen und dort beten. Diese war an diesem Tag – leider – verschlossen.

Bischof Clemens selbst war als 10 jähriger Ministrant bei der Konsekration der Heilig Kreuz Kirche anwesend. Erzbischof Lorenz Jäger war dazu am 27. Oktober 1957 nach Siegen-Weidenau gekommen. Die Kirche sei immer ein Haus aus lebendigen Steinen, ermutigte Bischof Clemens als Hauptzelebrant die Festgemeinde, in der auch zahlreiche Gläubige aus dem gesamten Pastoralverbund waren, in seinem Grußwort zur Jubiläumsmesse.

 

Um die “christliche Freude” ging es, auf Anregung des Pfarrgemeinderates,  im Gottesdienst. Wolfgang Münch, der die Gemeindegeschichte seit mehr als vierzig Jahren erlebt und mitgestaltet hat, und Fabian Klein, Kandidat für den zukünftigen Pfarrgemeinderat, ließen die Gottesdienstbesucher teilhaben an ihren Gedanken zum Christsein. Kirche bedürfe immer der Erneuerung und des Engagement der Gläubigen, waren die beiden überzeugt.

Auch Pfarrer Köhle sprach in seiner Festpredigt über die Freude. Freude sei ein zentrales Thema der Bibel, und nicht zufällig begännen die beiden großen Schreiben von Papst Franziskus mit dem Wort Freude: “Amoris laetitia” über die “Freude der Liebe” in den Familien,  und “Evangelii gaudium” über die “Freude des Evangeliums”, die das Herz derer erfüllt, die Jesus begegnen. Der Christ dürfe von Freude erfüllt sein, gerade weil er Gutes tut, ganz im Sinne der heiligen Elisabeth: “Wo man Liebe sät, wächst Freude empor”, und weil er auf Ewigkeit hin angelegt sei.

In “Münch’s Credo” hörten die Gottesdienstbesucher ein etwas anderes Glaubensbekenntnis, geprägt von der Hoffnung: “…Gott hat Jesus auferweckt, als Zeichen für uns, dass auch wir nach unserem Tod weiterleben werden…”

Zum Ende der Messe wurde der Wallfahrtspsalm 122 vorgetragen und nach dem Schlusssegen durch den Bischof hatten alle die Möglichkeit, sich einzeln vom Bischof oder den Priestern und der Gemeindereferentin segnen zu lassen.

Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst von den Kirchenchören Heilig Kreuz und St. Bonifatius (Kaan-Marienborn), was auch Pfarrer Wolfgang Winkelmann veranlasst hatte, als Zelebrant dabei zu sein. Der Chorgesang, begleitet von Orgel (Franz-Josef Breuer) und dem Siegener Bläserkreis “Trompobas”, stand unter der Leitung von Thomas Maiworm. Es wurde die Missa brevis des walisischen Komponisten Robert Jones gesungen.

Eine Freude und ein Zeichen der Zusammengehörigkeit war es auch, dass die Messdiener von Heilig Kreuz durch Messdiener aus dem Pastoralverbund unterstützt wurden.

Auf Einladung von Seelsorgeteam, Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat ging das Fest im Gemeindehaus bei Sektempfang und Erbsensuppe fröhlich weiter.