01 Solidarität geht / © Claudia Bröcher

Solidarität geht – geht doch

Das Prinzip des Solidaritätsmarsches ist sehr einfach: einer läuft, ein anderer bezahlt dafür. Dazu gibt es später weitere Informationen.

   

Am Sonntag, den 18. März 2018, machten sich wieder etliche auf den Weg. Doch im Vorfeld braucht man viele helfende Hände, um solch einen Tag gut zu organisieren, denn dazu gehört auch für das leibliche Wohl zu sorgen. Am Vortag wurden mithilfe des Pfarrgemeinderates St. Marien Wenscht die Tische im Gemeindehaus aufgestellt. Am Morgen wurden viele Brötchen geschmiert, viele brachten Kuchen mit.

Es begann mit einem Gottesdienst mit Dechant Karl-Hans Köhle und Constanze Dette-Habscheid, Gemeindereferentin, sowie mit Messdienern aus der Gemeinde St. Marien, Geisweid.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Kathrin und Holger Schollmeyer und Dominik Kubietziel. Lieder wurden an die Wand projiziert und mit einer aussagekräftigen Bilderprojektion wurde die Thematik für die Teilnehmer lebendiger.

Ich bin, weil du bist“

  

Anstelle einer Predigt sprach Pastor Karl-Hans Köhle mit den anwesenden Kindern über das aktuelle Hungertuch sowie über den Kongo, wo Abbé Victor lebt, dem der Erlös dieses Solidaritätsmarschs zugutekommen wird.

Das MISEREOR-Hungertuch

Hungertuch: Ich bin, weil du bist / © MISEREOR

MISEREOR schreibt über das Hungertuch:
Das MISEREOR-Hungertuch ist ein zentraler Bestandteil der MISEREOR-Fastenaktion. Gemeinden und Schulen verwenden die Szenen des Bildes, um sich in der Fastenzeit und darüber hinaus mit drängenden Themen der sozialen Gerechtigkeit auseinanderzusetzen.
     „Ich bin, weil du bist“ ist ein afrikanisches Sprichwort. Es drückt die Vorstellung aus, dass es zum Wesen des Menschseins gehört, Teil eines Beziehungsnetzes zu sein. MISEREOR lädt mit dem 21. Hungertuch zu einem Dialog ein über die Art und Weise, wie Menschen einander näherkommen und miteinander die Zukunft unseres Planeten gestalten können. Wir meinen, dass es mehr Begegnungen auf Augenhöhe und die Teilhabe aller braucht, um die vielfältigen Krisen und Herausforderungen der Gegenwart zu bewältigen. „

– MISEREOR –

Der Künstler

Chidi Kwubiri, geboren 1966 in Umuahia, Nigeria, ist ein international bekannter und viel beachteter Künstler. Er studierte Fine Arts an der Düsseldorfer Kunstakademie unter Professor Buthe und Professor A.R. Penck und schloss das Studium der Fine Arts als Meisterschüler bei Professor A.R. Penck ab.

– MISEREOR –

Weitere Informationen zum MISEREOR-Hungertuch 2017/2018 und zum Künstler finden Sie unter: www.hungertuch.de

Was geht uns der Kongo an?

In DR Kongo gibt es zahlreiche Bodenschätze, doch dieser Reichtum ist Segen und Fluch zugleich, wobei derzeit der Fluch überwiegt.
     Man könnte meinen: schön für sie, dass sie über zahlreiche Bodenschätze verfügen aber was geht mich dieser Staat an? Der ist weit weg, das interessiert mich nicht. Anders gefragt: Möchten Sie auf Ihr Handy oder Smartphone verzichten? In jedem dieser Geräte steckt Coltan, ein Erz, das nach verschiedenen Einschätzungen hauptsächlich in der Demokratischen Republik Kongo liegt und ohne dieses Erz funktioniert keines der genannten Geräte. Außerdem wird es auch in der Zahnmedizin zunehmend immer häufiger eingesetzt.

      

Zwischen dem Pastoralverbund Hüttental-Freudenberg und der Gemeinde Namen Jesu in Dreis-Tiefenbach und Njedka (DR Kongo) besteht seit einigen Jahren eine Beziehung. 2008 flogen Dechant Karl-Hans Köhle und Willi Zeumer vom Eine-Welt-Kreis in den Kongo nach Ndjeka zu Abbé Victor, im vergangenen Jahr besuchte Abbé Victor das Siegerland. Obgleich man in Deutschland davon ausging, dass die Gemeinde in Ndjeka Geld benötigen würde, wurden sie stattdessen mit einem ganz anderen Problem konfrontiert: Innerhalb des Staates fliehen Menschen ins Landesinnere, sodass sich noch mehr Menschen landwirtschaftliche Flächen teilen müssen, was (fast) unweigerlich zu Konflikten führt. Inzwischen ist die Situation mit den Binnenflüchtlingen alarmierend. Gab es schon zuvor politische Spannungen so kommt nun noch das Flüchtlingsdrama hinzu. Wenn unsereins den Herbst 2015 als Flüchtlingsdrama bezeichnet, um wie viel mehr trifft das auf den Kongo zu, ein Staat, der seit Jahren von Korruption geprägt ist, eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht, wo Infrastruktur faktisch nicht vorhanden ist?
     Abbé Viktor wünschte sich nur eines: Um die Gewalt zu lindern, benötigt er ein mobiles Team, dass nach seiner Einschätzung 18.000 € kosten wird.
Genauere Informationen zum Projekt „mobiles Team“ und mehr können Sie hier nachlesen: Entwicklung und Frieden

Der weitere Gottesdienstverlauf

14 mit Kindern gemeinsam Eucharistie feiern / © Claudia Bröcher

Zur Eucharistiefeier lud Pastor Karl-Hans Köhle die Kinder ein, sich um den Altar zu versammeln.

Nach dem Gottesdienst und einer kleinen Stärkung im Gemeindehaus ging es los.

        

Auf dem Kirchplatz von St. Marien sammelten sich die „Wanderer“, die sich zuvor in eine Liste eingetragen hatten, bei eisigen Temperaturen.

 

Auf dem Kirchplatz von St. Marien sammelten sich die „Wanderer“, die sich zuvor in eine Liste eingetragen hatten, bei eisigen Temperaturen.

Und so funktioniert das Prinzip: Jeder kann mitmachen: Man geht eine bestimmte Strecke – im Pastoralverbund Hüttental-Freudenberg und der evangelisch reformierten Kirchengemeinde Klafeld hat man sich auf Streckenabschnitte von 5 km, 10 km und 15 km verständigt – ein oder mehrere Spender finanzieren den „Solidaritäts-Geher“ nach eigenem Ermessen.

Im Wenscht und im Pastoralverbund ist es für viele schon längst Tradition, sich am Solidaritätsmarsch zu beteiligen und von der Kälte ließen sich die meisten auch am Sonntag nicht abhalten, mitzugehen.

20 Willi Zeumer vom Eine-Welt-Kreis / © Claudia Bröcher

Willi Zeumer vom Eine-Welt-Kreis, seit einigen Jahren einer der Hauptorganisatoren des Solidaritätsmarschs, leitete diesen an diesem Morgen mit ein paar lieben Worten ein.

Ökumene geht

Und dann schnitten gemeinsam Pastor Köhle und Pfarrer Frank Boes von der evangelisch-reformierten Gemeinde Klafeld, das Band durch. Im Wohngebiet Wenscht ist die Ökumene schon lange Tradition.

  

Im Wald kann man so einiges entdecken, im Siegerland sowieso. Neben ehemaligen Stollen kann man große, sehr große Ameisenhaufen beispielsweise am Wegesrand sehen.

 

Bei Veranstaltungen dieser Größenordnung ist der Malteser-Hilfsdienst nicht weit. Wie schon in den vergangenen Jahren, begleitete er auch in diesem Jahr die Veranstaltung. Unterwegs wurden warme Getränke zur Verfügung gestellt.

Alle Zurückgekehrten wurden dann im Gemeindehaus mit Kaffee und Kuchen empfangen.
     Brillenträger kennen das Problem: Sobald sie von der Kälte ins Warme treten, beschlagen die Gläser, doch an diesem Sonntag war es so kalt, dass selbst die Linse des Fotoapparates beschlug und da nutzte auch kein Putzen.

  

Um nun eine spannende Frage zu beantworten: Beim 21. Siegerländer Solidaritätsmarsch kamen mehr als 10.180 € zusammen. Allen Spendern sei an dieser Stelle gedankt, ebenso den „Wanderern“ und den zahlreichen HelferInnen, ohne die solch ein Tag nicht durchführbar wäre. Solidarität geht eben doch.