Keine Kinderkar- und Ostertage in diesem Jahr? 
Das war für das Team des Familienliturgiekreises Heilige Familie unvorstellbar. Als wir dann auf den Zeitungsartikel über einen Kreuzweg, der von zwei Frauen im Wald in Büschergrund aufmerksam wurden, dachten wir: Ja, sowas ähnliches können auch wir uns gut vorstellen ins Leben zu rufen. 

Die Idee: Wir bereiten die Stationen ähnlich vor, wie wir sie tatsächlich am Karfreitag gehabt hätten, nur mit ein bisschen mehr Aktion. Da bot sich natürlich der Weg am oberen Schwanenteich in der Wenscht super an, schließlich wären wir am Karfreitag an diesem Weg auch den Kinderkreuzweg gegangen.
Innerhalb kürzester Zeit wurde ein interaktiver Kreuzweg für Kinder und Familien auf die Beine gestellt, mit 6 Stationen, die am Weg entlang führten. Eine 7. Station befand sich am Gemeindehaus St. Marien.
An jeder Station fanden die Kinder und Familien ein Bild des Kreuzweges mit einem kurzen, erklärenden Text und einem Gebet. Dazu gab es kleine Mitmach-Aufgaben. Unter Einhaltung der Corona-Regeln waren Kinder und Familien eingeladen, diesen Kreuzweg zu gehen.

Bei der Verurteilung Jesu, der ersten Station, wurde als Zeichen, dass wir uns mit Jesus auf den Weg machen und dies bewusst und aufmerksam in Erinnerung an seinen schweren Weg tun, Aufkleber mit Fußabdrücken auf einen Weg geklebt. 
Bei der nächsten Station nahm Jesus das Kreuz auf seine Schultern. Jesus hatte einen schweren steinigen Weg vor sich. Um den Weg Jesu ein wenig nachzuspüren und seine Last mitzutragen, wurde an dieser Station ein Stein genommen, der bis zur nächsten Station getragen wurde, der dritten Station: Jesus begegnet seiner Mutter.
An dieser Station konnte ein Regenbogen weitergemalt werden, als Zeichen, dass Maria nicht alleine ist. Denn der Regenbogen möchte uns zeigen, dass wir nicht alleine sind, er ist ein Zeichen, das Gott uns geschenkt hat, um seine Verbundenheit zu uns zu zeigen. Maria ist traurig, als sie ihren Sohn sieht, aber sie ist nicht allein. 
Bei der nächsten Station erhält Jesus Hilfe von Simon von Zyrene. Es tut gut, wenn man jemanden an seiner Seite hat. Zu spüren, dass man nicht alleine ist. So kann man viel schaffen. An dieser Station wurde ein dickes Band bereit gestellt, in das ein Knoten hineingeknotet werden konnte, als Zeichen dafür, dass wir auch in dieser Zeit nicht alleine sind. 
An der fünften Station wird Jesus seiner Kleider beraubt. Hier wurden zusammengefaltete Papierblumen ins Wasser gelegt, die dann die Zusage „Gott ist bei dir“ freigaben. Gott ist auch bei uns, wenn andere uns bloßstellen, uns nackt und wehrlos erscheinen lassen. 
Bei der nächsten Station stirbt Jesus am Kreuz. Dort begegnet uns ein kleines Lamm. Jesus wird auch Lamm Gottes genannt. Ein kleines, schwach aussehendes Tier, das unvermutet so viel Stärke bewiesen hat. Jesus ist hat soviel auf dem Kreuzweg und darüber hinaus ausgehalten. Das hat er aus Liebe zu uns getan, um unsere Sorgen und Fehler zu tragen. Als Zeichen, dass er unsere Sorgen trägt, konnte bei dieser Station ein kleiner Wattebausch auf das Lämmchen. 
Auf dem Weg zur siebten Station am Gemeindehaus sollte jeder einen kleiner Ast einsammeln. Wir wissen, dass mit dem Tod von Jesus nicht alles vorbei ist. Darüber können wir uns freuen. Als Zeichen der Freude über die Auferstehung konnte aus entsprechend vorbereitetem Papier kleine Windräder gebaut werden, die wir in die Wiese vor dem Gemeindehaus gesteckt wurden. So kann jeder sehen, dass so wie das Windrädchen sich dreht, es immer irgendwie weitergeht.

Und so ist es auch in dieser und nach dieser herausfordernden Zeit: Es geht weiter!

Text: Laura Neuhaus Fotos: Gemeinde Heilige Familie