Leere Synagogen, Kirchen und Moscheen
Von Enes Günes und Wolfgang Münch

Liebe interessierte Gläubige unserer Veranstaltungen!
Nach unserer Auftaktveranstaltung für 2020 am 29.02.mussten wir schon zwei Abendeabsagen, nämlich den 03.04 mit dem für diese Zeit sehr passenden Thema „Theodizee –Warum lässt Gott das Furchtbare zu?“ und am 15.05. mit dem Thema der verschiedenen Glaubensrichtungen innerhalb der Religionen,

den Konfessionen.
Darum möchten wir uns bei Ihnen in Erinnerung rufen mit etwas Lesefutter in der Coronazeit.
Dazu haben wir ein paar Berichte aus dem Gemeindeleben gesammelt und Herr Münch steuert einen Artikel bei, den er für das katholische Gemeindeblättchen in Weidenau und Geisweid geschrieben und aktualisiert hat für unsere Anliegen des Trialogs der Religionen.
Wir wollen hoffen und beten, dass wieder Zeiten kommen, in denen wir uns unbeschwert als Gläubige der verschiedenen Ein-Gott-Religionen treffen und miteinander reden können.
Was die in den letzten Tagen erfolgten „Lockerungen“ angeht, die von Seiten der Wirtschaft, von manchen Politikern, aber auch von anderen Gruppen und Einzelpersonen, von Vernünftigen und nicht so Vernünftigen leise oder laut gefordert werden, fiel mir noch folgende Geschichte ein:
Es gab in den später Sechziger Jahren den Westernfilm „Der Schwarze Falke“, im Original „The Searchers“, übersetzt „Die Sucher“ mit John Wayne. Er handelt von einem indianischen Überfall der Comanchen auf eine Ranch in Texas, bei dem das einzige überlebende kleine Mädchen mitgenommen und als Comanchin aufgezogen wird. In dem anfangs sehr rassistischen Film ziehen dann ein ehemaliger Soldat und ein Junge los, um das Mädchen zu suchen. Immer wieder, wenn sie zwischendurch heimkehren, wird ihnen das Aussichtslose ihres Vorhabens vorgehalten. Der alternde Soldat, von John Wayne gespielt, sagt dann folgenden Satz: „Der Indianer sucht so lange, bis er meint, er hätte genug gesucht. Der Weiße sucht, bis er findet.“ Der alte Soldat und der mittlerweile erwachsene
Junge suchen weiter, bis sie das Mädchen gefunden haben. (Der Film endet damit, dass der rassistische Held seinen Rassismus überdenkt und zu menschlichen Ansichten kommt.)
Mir kommt es so vor, als ob wir die Indianer wären, wenn wir zu früh mit den
Beschränkungen aufhören: „Wir haben uns genug beschränkt, wir hören auf damit.“ Wir sollten meiner Meinung nach noch länger „suchen“.
Sollten wir uns nicht beschränken, bis wir die Coronapandemie überwunden haben? Aber das ist nur die private Meinung von Wolfgang Münch, vielleicht nicht Ihre.
In diesem „Brief“ kommen Vertreter unserer Trialog-Religionen zu Wort, denen wir für ihre Beiträge herzlich danken:
Den Pfarrerinnen Annegret Mayr und Carmen Seehafer, Pfarrer Karl-Hans Köhle,
Herrn Allon Sander, Herrn Önder Sahin und Herrn Ahmet Akbulut.

Es grüßen Sie herzlich
Enes Günes und Wolfgang Münch

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